Fichtelhounds, der V-Wurf

Knuddelalarm! Wir bekommen einen Welpen!

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Nun ist es endlich so weit, unser Welpe zieht bei uns ein. Ein dritter Scandinavian Hound oder auch Europäischer Schlittenhund. Es ist eine Hündin, sie heißt »Fichtelhounds Vitesse« und stammt – wie meine beiden anderen Hündinnen auch – aus der kompetenten Züchterinnenhand von Sylvia Ulrich aus Oberwarmensteinach im Fichtelgebirge, wo sie die Villa Hundeinander betreibt.

Das ist Züchterin und Musherin Sylvia Ulrich inmitten der neun Welpen des V-Wurfes auf einer Wiese oberhalb der Villa Hundeinander.
So herrlich ist es bei Sylvia Ulrich im Fichtelgebirge. Diese Welpen sind gut vorbereitet
für das alltägliche Leben in ihren neuen Familien. Vielen Dank an www.melshundekram.com für das schöne Foto!

Vor der Adoption

Acht Wochen und zwei Tage ist die kleine Vitesse nun alt; entwurmt, geimpft, gechipt und bereit, von ihrer Mama und den Geschwistern getrennt zu werden. Welpen unter acht Wochen dürfen per Gesetz nicht abgegeben werden (§2 Absatz4 TierSchHuV), und das ist auch gut so.

Die kleine Fichtelhounds Vitesse mit sechs Wochen
Vitesse, sechs Wochen alt.

Idealerweise ist der Züchter nicht extrem weit entfernt, sodass man schon vorher Bekanntschaft mit dem Welpen machen und gleich die ersten Lebenswochen begleiten kann. Zwischen Sylvia und mir liegen leider mehr als 500 Kilometer, die fährt man nicht mal so leicht für eine kurze Stippvisite. In diesem Fall ist das nicht ganz so schlimm, weil diese erfahrene Züchterin (Vitesse und ihre Geschwister bilden immerhin den V-Wurf!) ohnehin erst nach sechs bis sieben Wochen entscheidet, welcher Bewerber welchen Welpen bekommt. Natürlich wurde zuvor besprochen, ob es ein Rüde oder eine Hündin sein soll, das ist ja eine klare, grundsätzlich zu treffende Entscheidung.

Peanut und Musha sind die Tanten der kleinen Vitesse und vier und neun Jahre alt.

Zwei leibliche Tanten von Vitesse leben schon bei uns. Das sind die schwarze Musha (9) und die bunte Peanut (4). Sie werden sich ganz bestimmt intensiv um den Nachwuchs kümmern. Musha sorgt mit ihrer gelassenen Art für Ruhe, und Peanut, unsere Knalltüte, für ausreichend Action. Eine perfekte Mischung. Die beiden kommen natürlich mit nach Franken, genau wie unsere Kinder (15 und 11 Jahre alt).

Der Umzug ins neue Zuhause

Die Ausrüstung

Was muss denn nun alles für den Welpen angeschafft werden? Tatsächlich ist das gar nicht viel. Wirklich wichtig sind nur vier Dinge, die vorhanden sein sollten, wenn der Welpe einzieht.

Und natürlich und vor allem Zeit und Geduld. Es wäre unverantwortlich zu glauben, dass der Welpe nach zwei Tagen Eingewöhnungszeit acht Stunden allein zu Hause bleiben kann. Schön wäre es auch, wenn bereits im Vorfeld eine gute Hundeschule ausgesucht worden ist. (Lieber keine Hundeschule als eine schlechte!) Auch ein Tierarzttermin zum Durchchecken und Kennenlernen wäre sehr sinnvoll.

Musha und Peanut im Welpenalter
Musha und Peanut im Welpenalter. Jetzt sind sie neun und vier Jahre alt.

Ich habe sämtliches benötigte Equipment ohnehin zu Hause, Vitesse ist ja nicht mein erster Welpe. Allerdings habe ich mich beim Futterkauf danach gerichtet, was die Züchterin bislang gefüttert hat. Denn wenn sich schon sämtliche äußeren Umstände für das kleine Lebewesen ändern, dann soll es doch wenigstens das gleiche Futter sein.

Tatsächlich kann es ansonsten auch zu Durchfällen und Erbrechen kommen, denn bereits die totale Umstellung der Lebensumstände führt zu physiologischen Reaktionen, wie man sich vorstellen kann. Das gesamte Nervensystem meldet »Alarm«, der Sympathikus läuft auf Hochtouren. Der Spruch »Er hat Schiss« kommt auch nicht von ungefähr. Bei drohender Gefahr ist es für Säugetiere sinnvoll, sämtlichen Ballast abzuwerfen, um eine Flucht zu erleichtern…

Die Autofahrt

So schön es auch für alle Beteiligten sein mag, den Welpen während der Autofahrt auf dem Schoß zu halten und zu kuscheln – es ist nicht erlaubt. Hunde gelten nach §22 der Straßenverkehrsordnung als Ladung, und eine solche ist »so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann.«

Wird man mit nicht gesicherter Ladung erwischt, drohen folgende Bußgelder:

TatbestandBußgeldPunkte
Tier nicht angemessen gesichert30 €
… mit Gefährdung60 €1
… mit Sachbeschädigung75 €1

So ist es also ratsam, den Welpen in einer Transportbox zu befördern. Ich habe noch eine von meinen Katzen, die passt für die Größe unseres Welpen perfekt. Diese Box schnallen wir auf der Rückbank fest, sodass einer von uns hinten sitzen und Kontakt zum Welpen halten kann. Unsere beiden »alten« Hündinnen wurden auch in dieser Kiste transportiert – und hatten kein Problem damit. Natürlich auch, weil Sylvia die Welpen super vorbereitet hat.

Die erste Nacht

Ja, nehmt das Baby mit ins Bett! Körperkontakt ist nicht nur völlig in Ordnung, sondern für das hochsoziale Tier Canis lupus forma familiaris sogar grundlegend wichtig. Stellt euch bitte vor, wie schlimm alles ohnehin schon ist: Eltern weg, Geschwister weg, Zuhause weg! Da soll ein so junger Welpe sich blitzschnell umorientieren und gleich in der ersten Nacht ganz allein schlafen? Das ist grausam.

Wer es sich partout nicht vorstellen mag, den Hund im Bett zu haben (ja, man kriegt ihn da langfristig auch grundsätzlich wieder raus, wenn in der Erziehung alles gut läuft!), der sollte wenigstens das Körbchen neben das Bett stellen und ab und zu beruhigend eine Hand hineinhalten. Alternativ kann man natürlich auch selbst umziehen und im Wohnzimmer beim Hund nächtigen.

Peanut liegt nach wie vor leidenschaftlich gern auf mir drauf. Wenn ich es erlaube.

Claudia Stieglmayr

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