»Triple Crown« Felix Francis

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Lesedauer: 3 Minuten

Paperback, Diogenes Verlag, 416 Seiten
24. Juli 2019, 18 Euro
ISBN 978-3-257-30075-8

aus dem Englischen von Malte Krutzsch

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Der Roman »Triple Crown« von Felix Francis wurde mir freundlicherweise vom Diogenes-Verlag zu Rezensionszwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich wird mein Urteil dadurch in keiner Weise beeinflusst.

# Das Zitat

»Sein (Amphibious‘) Trainer hat anscheinend herumgetönt, dass Fire Point nicht gut genug für die Triple Crown ist und er dafür sorgen will, dass er sie nicht gewinnt. Jetzt, wo wir so weit gekommen sind, habe ich nicht vor, alles aufzugeben.«

# Der Inhalt

Jeff Hinkley, britischer Experte für Pferderennen und bei der British Horse Racing Authority (BHA) tätig, wird als Amtshilfe in die USA gebeten. Es hat Unregelmäßigkeiten im Rennbetrieb in den Vereinigten Staaten gegeben. Razzien wegen unerlaubten Dopings waren regelmäßig im Sande verlaufen, den Rennstallbetreibern war nichts nachzuweisen, die Pferde waren zum Zeitpunkt der Überprüfungen immer clean gewesen.

Tony Andretti, stellvertretender Chef der FACSA (Bundesagentur zur Korruptionsabwehr im Sport), befürchtet, einen Maulwurf in den eigenen Reihen zu haben. Nachdem Hinkley als vermeintlicher »Gast« innerhalb der Behörde nicht fündig wird, will das Pferd quasi von hinten aufzäumen und den Verräter aus einer anderen Perspektive heraus ausfindig machen. Daher verdingt er sich unter falschem Namen als Pferdepfleger in dem Rennstall von George Raworth.

Bei Raworth steht Fire Point in der Box. Der Hengst hat gute Chancen darauf, die Triple Crown zu gewinnen. Das ist der Gewinn dreier Rennen ausschließlich für dreijährige Pferde. Dem Gewinner winkt ein Preisgeld von drei Millionen Dollar. Genug, um in Versuchung zu geraten, dem Glück ein wenig auf die Sprünge zu helfen.

Im Rennstall von George Raworth stößt Hinkley immerhin auf Hinweise darauf, dass Mitfavoriten von Fire Point vorsätzlich mit einer Krankheit infiziert worden sind. Aber wer der Maulwurf der FACSA sein soll, bleibt lange Zeit rätselhaft.

Als durch eine provozierte Falle endlich Bewegung in die Maulwurfsache kommt, gerät die Situation kurz außer Kontrolle –, denn es handelt sich um ein Maulwurfspärchen! Hinkley stellt die beiden, wird bei einer äußerst spannenden Verfolgungsjagd fast getötet – und schließlich völlig überraschend wegen Mordes verhaftet.

# Die Form

»Triple Crown« ist aus der Ich-Perspektive flüssig erzählt und gut übersetzt. Sprachliche Akrobatik findet man hier nicht, aber das ist bei einem Krimi auch nicht unbedingt angebracht.

Der Spannungsbogen ist interessant konstruiert. Im Grunde werden hier zwei Fälle miteinander verknüpft, wobei die Fäden im Rennsportstall zusammenlaufen. Hier findet auch der Showdown statt. Manches Mal ist der Inhalt etwas kompliziert und verworren, man muss ganz schön aufpassen als Nicht-Fachmann der Turf-Szene.

Der Rest ist schnell berichtet. Die erzählte Zeit erstreckt sich über einen Zeitraum von fünf Wochen. Immer alles schön der Reihe nach, die Chronologie bleibt stets gewahrt, Zeitsprünge gibt es bis auf wenige Tage keine großen.

# Mein Fazit

Ich weiß gar nicht, ob »Triple Crown« besonders gut für Krimi-Fans geeignet ist. Aber für jeden, der den Pferdesport mag und Interesse am Renngeschehen hat, ist er auf jeden Fall lesenswert und auf keinen Fall Zeitverschwendung.

Tatsächlich lernt man wahnsinnig viel über das Business hinter den Kulissen von Pferderennen, über die Unterschiede zwischen der britschen und der us-amerikanischen Rennszene und über das harte und ganz und gar unromantische Leben der Pferdepfleger im Stall.

Das war auf jeden Fall ein Kriminalroman nach meinem Geschmack. Inhaltsreich, spannend und gut recherchiert. Ich mochte es sehr, dass ich beim Lesen dieses Romans förmlich den Stallgeruch aus Sägespänen, Pferdemist und Männerschweiß in der Nase hatte. Atmosphärisch wirklich sehr überzeugend.

Wie viele andere auch habe ich als Mädchen Pferderomane jeder Art verschlungen. Dass dieser hier gänzlich unromantisch und überaus spannend ist, hat mir gut gefallen.

Claudia Stieglmayr

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