Fabio Volo »Der Weg nach Hause«

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Lesedauer: 2 Minuten

Der Roman ist als Taschenbuch im Diogenes Verlag am 12. Dezember 2018 erschienen und hat 352 Seiten
ISBN 978-3-257-24457-1
12,- Euro


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Das Zitat

»›Ich studiere und geh nebenbei arbeiten, ich rackere mich ab, um ein paar Euro nach Hause zu bringen, und du, du machst überhaupt nichts außer saufen, kiffen und anderen Probleme aufhalsen.‹ (…) Nach dem Tod der Mutter hatte Andrea seinen kleinen Bruder umsorgt und bevormundet, ihn wie ein Kind behandelt, weil er glaubte, er müsse ihm die Mutter ersetzen. Aber Marco weigerte sich hartnäckig, ihm diese Rolle zuzubilligen, und sich ließ sich von ihm überhaupt nichts sagen.«

Die Geschichte

Marco, einst der Rebell der Familie, lebt als Gastronom in London, eilt aber seinem immer überkorrekten Bruder Andrea zu Hilfe, als der Vater krank wird und Pflege benötigt. Die Mutter ist seit ihrer Kindheit tot; dennoch ist sie die Kernfigur, sie spielt die zentrale Rolle in der Familiengeschichte, auch wenn sie im Grunde nicht vorkommt und blass bleibt.

Nebel des Vergessens

Während der Vater, wie Marco und Andrea ihn kannten, so langsam im Nebel des Vergessens verschwindet, kommen bei den Brüdern immer mehr Wahrheiten über sie selbst auf den Tisch.
Andrea musste als Neunzehnjähriger seiner Mutter auf dem Sterbebett versprechen, sich um seinen 16jährigen Bruder zu kümmern. An der Last dieser Verantwortung zerbricht er fast und klammert sich an feste Strukturen und Überkorrektheit. Und da ist noch Marco, der kleine Bruder, der aus Angst, noch einmal so sehr leiden zu müssen wie damals, als die Mutter starb, niemanden nahe genug an sich heranlässt, um sich zu binden. Deshalb stürzt er sich von einer Affäre in die nächste. Selbst Isabell, seine große Liebe aus Jugendzeiten, schafft es über viele Jahre hinweg nicht, ihn aus seinem Schutzpanzer zu befreien.

Reise der Erkenntnis

Die Reise ins Vergessen des Vaters wird zur Reise der Erkenntnis für Marco und Andrea. Es wird eine Reise, die gespickt ist mit Streit, Schweigen und Versöhnung.
Am Ende steht ein freundschaftlicher Neuanfang der Brüder, das Zulassen der Liebe, die schier unfassbare Wahrheit über den Tod ihrer Mutter und das Ende familiärer Ketten.

Familienbande

»Der Weg nach Hause« ist eine fein gezeichnete Familiengeschichte, die ans Herz geht und in der sich jeder Leser irgendwo wiederfindet. Es ist eine Geschichte über Verantwortung, Liebe und Zusammengehörigkeit, eine Geschichte über die Zerbrechlichkeit von Kinderherzen und Herzen im Allgemeinen. Fabio Volo schafft es, ohne zu starke verbale Pinselstriche ein filigranes Gesamtbild zu malen, so bunt gestaltet, wie das Leben nun mal ist.
»Der Weg nach Hause« wurde aus dem Italienischen wunderbar übersetzt von Petra Kaiser.

Fazit und Empfehlung

Ich habe diesen Roman sehr gern gelesen! Tatsächlich musste ich aber erst einmal den Abstand einiger Wochen gewinnen, um überhaupt darüber schreiben zu können, solch einen tiefen Eindruck hat er bei mir hinterlassen. »Der Weg nach Hause« ist absolut lesenswerte, leicht geschriebene, aber keineswegs zu leicht verdauliche Seelenkost.

Claudia Stieglmayr

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